Hauptmenü

Übergroß steht er auf dem Hochaltar der Pfarrkirche von Hilpoltstein. Er, der Patron dieser Kirche und Pfarrgemeinde. Heute am 24.6. feiert die Kirche sein Hochfest. Er war ein Wach- und Weckrufer. Ob auch wir heute offen sind für das, was er zu sagen hat? Oder sind wir taub und blind wie einst seine Zeitgenossen? Sich selbst nennt Johannes nur die „Stimme eines Rufers in der Wüste“. Aber in wessen Auftrag steht er? Was ist seine Botschaft auch heute für uns? „Bereitet dem Herrn den Weg! Macht eben seine Pfade!“ Das ist seine Botschaft. Aber welchen Weg zum Herrn will er uns bereiten? Für Johannes ist es der Weg, der uns ins Innere führt. Es ist die Frage: Welche Rolle spielt Gott in deinem Leben? Bist du offen für sein Wort, seine Gegenwart und für die Pläne, die er mit dir vorhat? Oder ist dein Inneres voller Blockaden, Mauern und Hindernisse ihm gegenüber? Sind es die eigenen Wünsche und Verlockungen, die dich von Gott wegbringen oder treibt dich eine innere Sehnsucht zu ihm? Denn erst dann, wenn wir Gott den Weg in unser Innerstes bahnen, dann wird auch unser Zeugnis nach außen glaubwürdig. Deshalb mahnt Johannes seine Zuhörer unten am Jordan: „Bringt Früchte der Gerechtigkeit!“ Was meint er damit? Für ihn ist es das Teilen mit allen, die weniger haben, es sind Zeichen der Liebe zu den Armen, die Achtsamkeit gegenüber den „Kleinen“ und die Solidarität mit den Schwachen. Hart ins Gericht geht Johannes mit den Führern des Volkes, denen er sogar das drohende Gericht ankündigt. Deshalb sieht man im Täufer den strengen Buß- und Moralprediger mit dem erhobenen Zeigefinger. Doch auf dem berühmten Matthias-Grünewald-Altar in Isenheim im Elsass weist der Zeigefinger direkt auf Jesus, den am Kreuz Gemarterten. Er will uns damit sagen: Werdet nicht irre in eurer Suche und Sehnsucht nach Gott, auch nicht in euren Ängsten: Dort am Kreuz hängt jener, der euch nicht im Stich lässt. Er ist bei euch und gibt euch Trost, Kraft und Hoffnung, Gewiss geriet auch Johannes in die Versuchung, als er im Gefängnis war, an Jesus irre zu werden. Da bekam er durch seine Jünger, die er zu ihm schickte, die Antwort: Hab keine Angst! Ich bin wirklich der, den du angekündigt hast, der Kommende, der Messias, der Christus. Johannes gibt also nicht auf. Er steht zu seiner Sendung und wird zum unerschrockenen Zeugen für Jesus bis zum Martyrium.