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Vieles in unserer Welt beginnt oft mit der Frage: Was war am Anfang? Am Anfang war der Ball, so hieß es einmal bei einer Fußballweltmeisterschaft. Am Anfang war der Urknall, so sagen es Physiker. Am Anfang war die Tat, so der Dichterfürst Goethe. Demgegenüber sinniert die Bibel: Am Anfang war das Wort und das Wort war Gott. Das bedeutet: Alles in dieser Welt ist von Gott her zu denken. Entscheidend ist, ob der Start gelingt und wie dann „das Spiel der Welt läuft“. Der Anfang des Fronleichnamsfestes wurzelt in Jesus, also in der Menschwerdung Gottes. Gott ist nicht bloß eine schöne Idee. Er ist ein „Eingefleischter“. Er hat sich in Jesus mit Fleisch und Blut mit uns Menschen verbunden. Er hat sich so weit zu uns heruntergelassen, dass wir im Essen und Trinken, also in der heiligen Kommunion mit ihm ein Herz und eine Seele werden. Genau das ist der Anfang oder um mit der Physik zu sprechen, der Urknall des Fronleichnamsfestes. Doch dann brauchte dieses Fest ein Durchstarten. Im Mittelalter ging man nur äußerst selten zur hl. Kommunion. Es war eine Frau, die Nonne Juliana von Lüttich, der wir die Wiederbelebung der Eucharistiefrömmigkeit verdanken. Sie erfuhr in einer Vision: Im Jahreskreis der Kirche fehlt ein Fest vom Leib und Blut Christi. Ihre Anregung nahm Papst Urban IV. auf. 1264 führte er es in der ganzen Kirche ein. Der Theologe Thomas von Aquin schrieb dazu wunderschöne Gebete und Gesänge. Aber warum gehen Katholiken an Fronleichnam in die Öffentlichkeit? Das hat nochmals mit dem Uranfang dieses Festes zu tun, „mit der Explosion des Göttlichen“, wie Joseph Kardinal Ratzinger schreibt. Denn das Göttliche kann zu einer Art Kettenreaktion werden. Es bringt Menschen in Bewegung, wenn es tief in die Herzen fällt. Deshalb zeigt Fronleichnam auch draußen in der Welt, was Christen in der Kirche heilig ist. Es ist der Leib Christi, der in der Monstranz durch die Straßen unserer Städte und Dörfer getragen wird. Fronleichnam könnte für jeden von uns ein Fest der Unterbrechung sein. Viele gehen heute hungrig durchs Leben, ohne satt zu werden. Sie haben Hunger nach Sinn, Liebe, Anerkennung und erfülltem Leben. Fronleichnam stellt uns die Frage: Mensch, wohin gehst du? Was ist dein Ziel? Wonach sehnst du dich? Wonach hungerst du? Fronleichnam zeigt uns, was am Anfang war und was am Ende sein wird. Es ist die innige Verbundenheit mit Christus im Gottesbrot und der unauflösliche Bund Gottes mit uns Menschen.